Ölkäfer

Schwarzblauer Ölkäfer - Meloe proscarabaeusbei

Schwarzblauer Ölkäfer (Meloe proscarabaeusbei) Schwarzblauer Ölkäfer

Paarungszeit der Meloe proscarabaeusbei (Schwarzblauer Ölkäfer)​

Über Ölkäfer liest man viel: „Sie gehören zu den 10 giftigsten Tieren in Deutschland.“, „Halten Sie Abstand!„, „Berühren Sie die Käfer auf keinen Fall!„. Ja, tatsächlich produzieren Ölkäfer einen Stoff namens Cantharidin. Es dient dem Käfer sich selbst zu schützen, vor lästigen Insekten wie Ameisen oder Laufkäfern, aber genau so vor größeren Fressfeinden. Fühlen sich die Käfer bedroht pressen sie ihr Cantharidin haltiges Blut aus Poren an den Beinen und Körpersegmenten heraus. Die gelbliche Farbe führte zu dem Namen Ölkäfer.

Ölkäfer
Schwarzblauer Ölkäfer

 

Gut, sollten Sie einen Ölkäfer versehentlich verschlucken, könnten Sie sterben. Ist es wahrscheinlich, dass Sie einen verschlucken? Fliegen Ölkäfer einem in den Mund? Nein, extrem unwahrscheinlich, denn Ölkäfer können nicht fliegen. Alle Ölkäfer, die ich bisher fand, krabbelten entweder auf dem Boden oder waren in der Krautschicht (bis 20 cm Höhe). Müssen Sie Abstand halten? Schnellen die Ölkäfer plötzlich nach vorne und beißen einen? Nein, bei ausreichend warmen Temperaturen können Ölkäfer behändiger sein als man bei ihrem plumpen Körperbau vermuten könnte. Schnell sind sie aber nicht und vorschnellen oder beißen können sie auch nicht. Sie injizieren auch kein Gift, wie Spinnen, Skorpione, Wespen, Bienen oder Schlangen. Auf die Hand nehmen kann man sie. Fühlen sie sich dabei allerdings bedroht, pressen sie ihr giftiges Blut aus, welches bei Kontakt mit menschlicher Haut zu Entzündungen mit Blasenbildung, ja selbst zu Nekrosen, das heißt Absterben des Gewebes, führt und somit schmerzhafte Löchern in Haut und Muskel bilden kann. Sollte man in Kontakt mit dem öligen, giftigen Blut gekommen sein, so empfehle ich es mit einem Papiertaschentuch aufzusaugen, nicht verreiben! Anschließend sollte man sich die Hände gründlich waschen. Sollten Sie den Mut haben, einen Käfer aufzuheben, so wissen Sie nun wie Sie sich zu verhalten haben, aber eins noch: Die Käfer laufen in der Hand aber sie halten sich nicht fest, wie es andere Käfer tun. Sie stürzen am Rande Ihrer Hand zu Boden und brechen sich die Beine. Das sollten Sie auf alle Fälle verhindern. Kindern ist das Aufheben der Käfer aus vorgenannten Gründen sicherlich nicht zu empfehlen. Behalten Sie bitte auch im Hinterkopf, dass Mut eine besondere Erscheinungsform von Dummheit ist. Lassen Sie am besten den Käfer wo er ist. Vor allen Dingen lassen Sie ihn am Leben! Haben Sie mal einen entdeckt, so haben Sie eine Rarität vor sich, denn nur eine von eintausend Käferlarven wird zu einem erwachsenem Käfer.

Paarung Schwarzblauer Ölkäfer
Paarung Schwarzblauer Ölkäfer – Meloe proscarabaeusbei

Warum das so ist erzähle ich Ihnen gerne auf meiner Führung „Artenvielfalt für Jung & Alt„.

Tierbestimmung: Schwarzblauer Ölkäfer

Der Schwarzblaue Ölkäfer kann anhand mehrerer charakteristischer Merkmale bestimmt werden:

 

  • Farbe: Der Körper des Schwarzblauen Ölkäfers zeigt typischerweise eine metallisch schimmernde, dunkelblau bis schwarzblaue Färbung.
  • Körperform: Der Käfer besitzt einen länglichen, etwas abgeflachten Körperbau. Die Körpersegmente sind deutlich erkennbar und sorgen für ein gegliedertes Erscheinungsbild.
  • Größe: Erwachsene Exemplare erreichen eine Körperlänge von etwa 15 bis 30 Millimetern, wobei die Weibchen in der Regel größer sind als die Männchen.
  • Kopf und Antennen: Der Kopf ist relativ klein im Vergleich zum restlichen Körper. Die Antennen sind fadenförmig und nicht besonders lang.
  • Flügeldecken: Die Flügeldecken sind verkürzt und decken nicht den gesamten Hinterleib ab, was einen Teil des Hinterleibs ungeschützt lässt.
  • Beine: Die Beine sind verhältnismäßig lang und kräftig, was dem Käfer eine gute Mobilität verleiht.
  • Lebensraum: Der Schwarzblaue Ölkäfer bevorzugt offene, sonnige Standorte wie Wiesen, Feldränder und Lichtungen.
  • Verhalten: Er ist vor allem tagsüber aktiv und kann häufig am Boden kriechend angetroffen werden.
  • Entwicklungszyklus: Der Käfer durchläuft einen bemerkenswerten Entwicklungszyklus, bei dem die Larven (Triunguline) anfangs auf Blüten leben und später auf Bienen als Parasiten übergehen.
  • Besonderheiten: Bei Gefahr können Ölkäfer ein giftiges Sekret absondern, das Blasen auf der menschlichen Haut verursachen kann.

Diese Merkmale zusammengenommen ermöglichen eine zuverlässige Identifikation des Schwarzblauen Ölkäfers in seinem natürlichen Lebensraum.

Tierbestimmung
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